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Pensioniertenanlass: Auf Entdeckungsreise in Kaiseraugst

Insgesamt vier Mal führt der Angestelltenverband Roche (AVR) dieses Jahr seinen Pensioniertenanlass durch – zwei Mal am vergangenen und zwei Mal am kommenden Wochenende (total 1081 angemeldete Personen).

Bereits beim Eintreffen auf dem Roche-Areal in Kaiseraugst erlebten die Teilnehmenden am Samstag, 22. Juni, die erste Überraschung: Um 9 Uhr erwarteten sie im Bau 218 nicht nur Kaffee und Gipfeli zur Begrüssung, nein, gleich die ganze Big Band Roche spielte für sie auf.

Weiter ging es im Auditorium, wo Adnan Tanglay, Präsident AVR Basel, Reto Buholzer, Präsident AVR-Sektion Innerschweiz, und Roland Frank, Präsident Pensioniertenvereinigung Roche, die Seniorinnen und Senioren willkommen hiessen. In einem Zeitraffer-Film konnten die Anwesenden den unglaublichen Fortschritt auf dem Areal in Kaiseraugst miterleben. Jürg Erismann, Standortleiter Basel/Kaiseraugst lieferte in seiner Rede die passenden Zahlen dazu: Sieben neue Gebäude entstanden hier in fünf Jahren. Dafür investierte Roche eine Milliarde Franken. Heute arbeiten hier rund 2800 Personen, 1980 waren es erst 200 gewesen. «Wo sich jetzt das Auditorium befindet, war früher einmal ein Parkplatz mit Parkdeck», erinnerte Erismann. Auch die Ausrichtung des Standorts hat sich geändert – von Diagnostika und Vitaminen in der Vergangenheit zu Informatik, Learning Center und der Weiterverarbeitung von Wirksubstanzen zu Fertigprodukten heute.

Von alldem konnten sich die Teilnehmenden am anschliessenden Rundgang selbst ein Bild machen. Eingeteilt in kleine Gruppen wurden sie von freiwilligen Helfenden durch die neuen Gebäude geführt, wo sie jeweils von einer Fachperson informiert wurden. Beim Wechsel der Bauten stand jeweils eine Zwischenverpflegung zur Verfügung und es ertönten jazzige Klänge von Eva Wine & Jazz.

Ungewohnt war wohl für die meisten das Learning Center im Bau 257: Ausgehend von einem Terminal mit Verpflegung, digitalen Schildern und einem ebensolchen Spieltisch sind Impulsräume für Gruppenarbeiten und Lernlandschaften angeordnet. «Statt Frontalunterricht geht es heute vielmehr darum, jedem einzelnen eine für ihn passende Weiterbildung zu ermöglichen», erklärte Markus Stihl, der Verantwortliche für das Learning Center, zusammen mit Marc Wittlin, Mitarbeiter der Abteilung OCM Learning & Adoption.

Auch das Schullabor «Experio» im Bau 229, das die Gruppe als nächstes besuchte, ist Teil des Learning Centers: Es dient der Frühförderung der MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und soll Kindern und Jugendlichen erste praktische Erfahrungen in diesem Bereich ermöglichen. Ausgerichtet ist das Labor auf Kinder ab der vierten Primarklasse bis zu Jugendlichen im Berufswahlalter. Auch punkto Berufslehre hat Roche einiges zu bieten: Von Dr. Matthias Nettekoven, Leiter Berufsbildung, erfuhren die Pensionierten, dass das Unternehmen Lernende in insgesamt 14 Berufen ausbildet – vom Chemielaborant bis zum Tierpfleger.

Um die Architektur ging es dagegen im Bau 256, der zusammen mit zwei weiteren Gebäuden das «Home for IT» darstellt – geschaffen von Nissen und Wentzlaff Architekten aus Basel: Ein Eyecatcher sind hier die beiden Tango-Treppen, die unter Roche-Mitarbeitenden längst den Spitznamen «Harry Potter»-Treppen erhalten haben. «Jede wiegt 15 Tonnen und musste übers Dach ins Gebäude gehoben werden», informierte Regine Hohmann von der Bauabteilung. Die Seniorinnen und Senioren hatten jedoch eine ganz praktische Frage: Sie wollten wissen, wie das Activity Based Working (ABW) bei Roche aussieht. Darauf konnten sie ein entsprechendes Büro besichtigten und erfuhren im Bau 255 in einem Film noch mehr über dieses Konzept, bei dem nicht mehr jeder Mitarbeitende seinen eigenen Schreibtisch hat, sondern sich am Morgen jeweils einen freien Arbeitsplatz aussucht. «Die persönlichen Sachen werden in einer Filzbox mitgeführt und abends in einem Spind eingeschlossen», erklärten die IT-Mitarbeitenden Stefan Gunzinger, Giuseppe Praiano und Dario Celant.

Im Bau 255 befindet sich auch das Innovation Lab: «Früher kamen Leute mit einer guten Idee oft nicht weiter – beispielsweise, weil sich ihr Vorgesetzter nicht dafür interessierte oder es keine Zeit zur Weiterbearbeitung gab», führte Director Harald Witzig aus. Das Innovation Lab soll nun als Anlaufstelle dienen, die für das Unternehmen relevanten Ideen erkennen und die kreativen Mitarbeitenden bei der Umsetzung unterstützen.

Nach so viel Information hatten sich die Pensionierten, laut Anmeldung an diesem Tag 269 Personen, ein Mittagessen redlich verdient: Im Personalrestaurant im Bau 206 erwartete sie ein dreigängiges Menü mit Kalbshohrücken mit Morchelrahmsauce, Frühlingsgemüse und Bratkartoffeln als Hauptspeise, während im Hintergrund die Band Querblechlein für die musikalische Unterhaltung sorgte. Dabei liessen die Teilnehmenden die Eindrücke des Tages nochmals Revue passieren: «Es ist sicher nicht alles so toll, wie es tönt, aber Roche macht viel für die Zukunft, die Firma bewegt sich. Man kann glücklich sein, wenn man hier arbeitet», meinte Andreas Maurer und sein Kollege Mario Caravatti, beide ehemals Diagnostik, ergänzte: «Das Unternehmen kann nur die Bedingungen schaffen. Es liegt an den Leuten, was sie daraus machen.»

Pensioniertenanlass 2
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